Psychotherapie mit adjuvanter Gabe von serotonergen psychoaktiven Substanzen – Möglichkeiten und Hindernisse
Fortschritte der Neurologie · Psychiatrie – July 01, 2017
Source: OpenAlex
Summary
Psychedelics like Psilocybin and Lysergic acid diethylamide are re-emerging as powerful tools in psychiatry. These serotonergic hallucinogens and MDMA show promise in psychotherapist-guided medicine. Drug studies indicate efficacy for anxiety, obsessive compulsive disorder, and addiction, influencing neurotransmitter receptors and behavior. Psychology and medicine are exploring their potential. Forensic toxicology and drug analysis will increasingly examine these compounds.
Abstract
Zusammenfassung Hintergrund Der Einsatz von serotonergen Halluzinogenen (Psychedelika) wie Lysergsäure-Diethylamid (LSD) und Psilocybin und Entaktogenen wie 3,4-Methylendioxymethamphetamin (MDMA) im Rahmen von Psychotherapie ist in den letzten Jahren wieder zunehmend ins Licht des wissenschaftlichen Interesses gerückt. Die vorliegende Arbeit fasst die aktuelle Evidenz zur substanzunterstützten Psychotherapie mit serotonergen Psychoaktiva zusammen. Methode Eine selektive Literaturrecherche erfolgte in PubMed und der Cochrane Library, wobei nach Studien gesucht wurde, in denen der Einsatz von serotonergen Psychoaktiva in der Psychotherapie seit 2000 untersucht wurde. Ergebnisse Es fanden sich Studien für die folgenden Behandlungsindikationen: Alkoholabhängigkeit (LSD und Psilocybin), Nikotinabhängigkeit (Psilocybin), Behandlung von Angst und Depression bei lebensbedrohlicher körperlicher Erkrankung (LSD und Psilocybin), Zwangsstörungen (Psilocybin), therapieresistente Major Depression (Psilocybin) und posttraumatische Belastungsstörung (MDMA). Diskussion Abhängigkeitserkrankungen, posttraumatische Belastungsstörung sowie Angst und Depression bei lebensbedrohlicher körperlicher Erkrankung stellen derzeit die am besten evaluierten Indikationen für die substanzunterstützte Psychotherapie mit serotonergen Psychoaktiva dar. Bisher zeigten sich Hinweise für eine Wirksamkeit bei relativ guter Verträglichkeit. Weitere Studien sind erforderlich, um einzuschätzen, ob diese Substanzen in Zukunft in der Behandlung bestimmter therapieresistenter psychischer Erkrankungen eine Option darstellen können.